• Katja

Welche Coaching Ausbildung passt zu mir?

Aktualisiert: 1. Juni

Bevor wir uns mit der Frage beschäftigen, welche Coaching Ausbildung die richtige ist, sollte zunächst einmal geklärt sein, welche Art der Coaching Ausbildung zu dir PASST.


Jetzt wirst du wahrscheinlich denken, das ist doch ein und dasselbe! Nein, denn es kann grundsätzlich die richtige Ausbildung sein und passt trotzdem nicht zu dir.



Was sollte zunächst grundsätzlich passen:


Die 1. Entscheidung - die Lernform


Als ich mich auf die Suche gemacht habe, ging es mir zunächst nicht darum, wer wohl der Beste auf dem Markt ist, sondern um die Entscheidung, wie ich meine Fortbildung gestalten möchte.


a) Präsenz / Lifestreams


Viele Menschen brauchen Präsenzunterricht, um alle Sinne gleichzeitig zum Lernen zu nutzen. Sie müssen sich mit dem Dozenten und den Mitlernenden austauschen können. Wenn du ein solcher Lerntyp bist, helfen dir keine Fernstudiengänge zum Selbststudium. Deine gezielte Wahl sollte dann auf Anbieter fallen, die möglichst in deiner Nähe oder in einer für dich gut erreichbaren Distanz die Coaching Ausbildung durchführen. (Die Zeiten haben sich ja etwas verändert, daher sind die aktuellen Umstände und Bedingungen beim jeweiligen Ausbildungs-Institut dringend vorher abzuklären).


Alternativ haben sich heute Livestreams etabliert. Da in dieser Form ebenfalls ein direkter Austausch mit dem Dozenten und den Mitstreitern möglich ist, könnte dies eine durchaus gute Alternative zum klassischen Präsenzunterricht für dich sein.


In dieser Form bekommt man den Lernstoff in klassischer Unterrichtsform vermittelt. Der Vorteil ist, dass der Dozent Übungen o.ä. mit einbauen kann, um den Lernstoff zu vertiefen und erfahrbar zu machen.


Den Abschluss bilden meist kleine praktische Aufgaben, die als "Abschlusstest" dienen und von jedem Teilnehmenden am Ende vorgeführt werden.


b) Teil-Präsenz


Eine sehr interessante Variante ist die Teil-Präsenz-Ausbildung. Hier lernt man den Lernstoff im Selbststudium zu Hause und besucht einzelne Präsenzeinheiten oder alternativ Lifestreams, um die Lerninhalte nachher zu vertiefen oder zu ergänzen. Dies ist vor allem für diejenigen interessant, die in ihrem eigenen Lerntempo arbeiten wollen und die vom Lerntyp her autodidaktisch arbeiten, aber trotzdem eine Vertiefung oder Praxiserprobung wünschen. Meist ist es hier möglich, schriftlich mit den Dozenten in Verbindung zu treten und Fragen zu stellen.


Auch diese Variante hat mittlerweile Alternativen bekommen. Als ich anfing bekam ich per Post einen Haufen gebundene Skripte mit den einzelnen Lektionsthemen. Diese musste ich dann durcharbeiten. Heute wird dies Online angeboten. Teils mit einem Skript zum Runterladen und Videos für die Lektionen. Hier wird die Lernwelt derzeit immer bunter, so dass sich auch die Formate immer mehr unterscheiden. Wer später selbst Online-Kurse abhalten möchte, für den ist das ein interessanter Einstieg, um Anregungen zu erhalten.


In dieser Lernvariante war es früher üblich, schriftlich pro Lektion und am Ende Tests auszufüllen und einzureichen. Waren die bestanden, bekam man das Zertifikat. Beim Online-Training funktioniert das Prinzip internetgestützt.


c) Fernstudium


In dieser Form findet alles im Selbststudium statt. Hier sollte man darauf achten, ob es eine Möglichkeit gibt, Fragen an die Dozenten zu stellen. Ansonsten haben hier Onlineschulungen im besten Falle die Papierversandversion abgewechselt.


Auch hier werden nach jeder Lektion und am Ende Wissenstests absolviert, um zum einen den Lernstoff zu vertiefen und zum anderen das Zertifikat zu erwerben.



Die 2. Entscheidung - Coaching-Richtung


Da der Begriff "Coaching" nicht geschützt ist, gibt es unter diesem Begriff die unterschiedlichsten Richtungen, in denen man sich zum Coach ausbilden lassen kann.


a) Systemischer Coach


Die bekannteste Coachingform ist wohl der Systemische Coach. Auch dieser Begriff ist nicht geschützt und es gibt unzählige, vor allem auch sehr teure Anbieter. Abgesehen davon, dass möglicherweise der eigene Geldbeutel gewisse Grenzen setzt (sofern man die Ausbildung nicht vom Arbeitgeber bezahlt bekommt), sollte man sich auf jeden Fall vor Buchung folgende Fragen stellen:


  • weiß ich, was den systemischen Coach ausmacht?

  • möchte ich diese Coachingform für mich nutzen?

  • stehe ich hinter dieser Form des Coachings oder wähle ich sie nur, weil sie in aller Munde ist?

  • ist mir eine Zertifizierung bei einem seriösen Fachverband wichtig oder geht es mir nur um die Tools, um damit zu arbeiten?

  • wen möchte ich nachher coachen und macht diese Form bei meinen Zielkunden Sinn / wird sie dort anerkannt (wenn ja mit oder ohne Zertifizierung)?


b) Psychologischer Coach / Berater


Wichtig ist hier - wie auch bei allen anderen Coaching-Richtungen -, die Abgrenzung zur Psychotherapie. In dieser Bezeichnung verschwimmt die Grenze noch weit mehr, als bei anderen Richtungen. Auch diese Bezeichnung ist nicht geschützt. Psychologische Berater stützen sich nicht auf eine Interventionsform, sondern lernen verschiedene.


Auch hier sollte man sich auf jeden Fall vor Buchung folgende Fragen stellen:


  • weiß ich, was den Psychologischen Berater ausmacht?

  • möchte ich diese Coachingform für mich nutzen?

  • gibt mir diese Coaching Form, das was ich für meine Zukunft brauche?

  • ist mir eine Zertifizierung bei einem seriösen Fachverband wichtig oder geht es mir nur um die Tools, um damit zu arbeiten?

  • wen möchte ich nachher coachen und macht diese Form bei meinen Zielkunden Sinn / wird sie dort anerkannt (wenn ja mit oder ohne Zertifizierung)?


c) Spezielle "Methoden-Coaches"


Neben den zwei "klassischen" Coaching-Richtungen gibt es noch eine Vielzahl von Methoden-orientierten Coachings. Hier hat jemand ein spezielles Thema oder eine spezielle Methode und bildet dann in diese Richtung aus, z.B.:


  • Mindset Coach

  • MET Coach

  • wingwave Coach

  • NLP Coach

Diese Methoden sind teilweise in den beiden oberen Richtungen partiell enthalten, können als Zusatz dienen oder eigenständig genutzt werden. Auch hier macht es Sinn, diese vorher kennen zu lernen, und die folgenden Fragen zu beantworten:


  • weiß ich, was diese Methoden ausmacht?

  • möchte ich eine dieser Methoden für mich nutzen?

  • gibt mir diese spezielle Methode, das was ich für meine Zukunft brauche?

  • ist mir eine Zertifizierung bei einem seriösen Fachverband wichtig oder geht es mir nur um die Tools, um damit zu arbeiten?

  • wen möchte ich nachher coachen und macht diese Methode bei meinen Zielkunden Sinn / wird sie dort anerkannt (wenn ja mit oder ohne Zertifizierung)?


Es macht Sinn, sich vorher eingehend damit zu beschäftigen, wen man in Zukunft coachen möchte, welche Themen man behandeln möchte und wo die eigenen Interessen liegen. Auch eine wichtige Überlegung ob man sich im Business Coaching oder im Life Coaching etablieren möchte. Denn hier macht die zugrundeliegende Coaching Ausbildung und eine entsprechende Zertifizierung bei einem Fachverband einen deutlichen Unterschied in der Kundenansprache.

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