• Katja

Brauche ich als selbständiger Coach, Berater oder Trainer eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer?

Aktualisiert: 22. Mai

Wer sich selbständig macht, muss sich am Anfang so vielen Fragen stellen, dass man über dieses Thema zumindest als Coach, Berater oder Trainer nicht unbedingt nachdenkt.


In diesem Artikel erfährst du:



Als selbständiger Coach, Berater, Trainer stellt sich die Frage, ob eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer benötigt wird.
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer für selbständige Coaches, Berater, Trainer

Wozu dient die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.)?


Die USt-IdNr. wird grundsätzlich von Unternehmen benötigt, die Lieferungen und Leistungen innerhalb des europäischen Binnenmarktes erbringen oder erhalten. Der Besitz einer gültigen USt-IdNr. ist eine der Voraussetzungen dafür, das diese Lieferungen und Leistungen umsatzsteuerfrei erbracht und erhalten werden können, wenn auch das in dem anderen EU-Mitgliedstaat ansässige Unternehmen eine gültige USt.-IdNr. besitzt. (Quelle: Bundeszentralamt für Steuern, www.bzst.de).


Warum brauche ich die USt-IdNr.?


Anfangs dachte ich, dass ich diese Nummer doch nicht benötige. Grundsätzlich ist das auch der Fall, wenn ich die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehme, oder als Freiberufler, Selbständiger oder Unternehmer nur innerhalb von Deutschland Leistungen erbringe oder beziehe. Dafür genügt die Steuernummer von Finanzamt. Ich brauche sie auch nicht, wenn ich über die Landesgrenzen hinaus nur an Privatpersonen meine Leistungen verkaufe.


Aber die Nutzung ist verpflichtend, sobald ich Produkte oder Dienstleistungen an Geschäftskunden in der EU verkaufe oder von diesen beziehe.


Ich bin immer davon ausgegangen, dass ich ja nicht ins EU-Ausland an Geschäftskunden verkaufe, habe aber völlig übersehen, dass ich Leistungen von dort beziehe.


Meine Steuerberaterin hat mich darauf aufmerksam gemacht:


Auch wenn ich mich bemühe, möglichst mit deutschen Dienstleistern zu arbeiten, beziehe auch ich Leistungen von Dienstleistern, die außerhalb Deutschlands sitzen.


Schauen wir uns das in zwei Beispielen näher an:

(Kurz zur Definition: VAT = USt.IdNr.)


Canva (super Designprogramm) - VAT EU372042198 - Sitz Australien!!!


Diese "EU"-Nummer kennzeichnet Unternehmen mit Sitz außerhalb der EU. Eine Rechnung von diesem Anbieter muss daher unter "Fremdleistungen § 13b nicht EU" verbucht werden, damit die Umsatzsteuer richtig behandelt wird.


Google Cloud - VAT IE36689970H - Sitz Ireland/Dublin

Diese EU-Nummer ist aus der europäischen Union (Länderkennzeichen). Eine Rechnung von diesem Anbieter muss unter "Fremdleistungen § 13b" verbucht werden, damit die Umsatzsteuer richtig behandelt wird.


Wichtig ist hier zu beachten , dass auf den Rechnungen dieser Anbieter keine MwSt. ausgewiesen ist. Wenn wir diese Rechnungen verbuchen, müssen wir diese aber abführen. Stellen wir Rechnungen an Geschäftskunden würden wir diese ebenfalls "netto" stellen und das dortige Unternehmen müsste die Umsatzsteuer abführen (siehe bei Interesse Reverse-Charge-Verfahren).


Dann habe ich noch festgestellt, dass einige Softwareanbieter die USt.IdNr. auch abfragen, wenn man ihre Softwareplattform nutzen möchte. Dies ist vor allem die Regel, wenn man mit US-amerikanischen Unternehmen arbeitet, da dort das Formular W-8BEN (Certificate of Foreign Status of Beneficial Owner for United Tax Withholding and Reporting (Individuals)) ausgefüllt werden muss.


WICHTIGER HINWEIS: Da ich keine Steuerberaterin bin und hier nur das widergebe, was ich selbst an Erfahrungen gemacht habe, bitte ich unbedingt darum, sich selbst von einem Steuerberater diesbezüglich beraten zu lassen. Haftung kann ich hierfür nicht übernehmen. Es gilt lediglich als Anregung, sich selbst in diese Richtung schlau zu machen.


Wo beantrage ich die USt.IdNr.?


Die Beantragung erfolgt beim Bundeszentralamt für Steuern. Da finden sich alle relevanten Informationen.


Angabepflichten der USt.IdNr.

Die USt.IdNr. muss auf der Rechnung ausgewiesen werden (nicht im Briefkopf). Des Weiteren muss sie zwingend im Impressum auf der Webseite stehen. Da wird empfohlen, die Steuernummer .../.../... als auch die Steuer-Identifikationsnummer wegzulassen, da damit sensible Informationen abgerufen werden könnten.





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