• Katja

Die 7 schlimmsten Fehler beim Start einer Selbständigkeit als Coach - und wie du sie vermeidest

Aktualisiert: 1. Juni

"Ich habe doch eine Coaching Ausbildung gemacht - jetzt weiß ich, worauf es ankommt."


Die Wahl der richtigen Coaching Ausbildung und des dazu passenden Anbieters war ja schon eine Aufgabe für sich.


Jetzt hast du deine Ausbildung geschafft, dann kann ja jetzt nichts mehr schiefgehen und du legst einfach los!


Moment!


Ja so ging das bei mir. Ich habe im Nebengewerbe als "Coach" angefangen. Das Gewerbe angemeldet und los. Meine Ideen sprudelten nur so - also schnell eine Homepage inkl. Domain (siehe "Empfehlungen"). Genauso schnell hatte ich tolle Flyer, haufenweise Visitenkarten und einen Aufkleber auf dem Auto. Ich habe das gemacht, was mir Spaß machte :-)


Ist doch richtig, wirst du jetzt sagen. So soll es doch auch sein. Ja, nur leider bringt das keine Kundschaft!


Mein 1. Fehler: ohne Plan, Marketingstrategie und Ziel alles gestalten und auf den Markt (äh - wohin eigentlich??) werfen


Dann kamen die Gespräche mit FreundInnen, KollegInnen und anderen Coaches. Wow, was die alles erzählen, die haben bestimmt Recht und bei mir läuft es ja irgendwie nicht. Also muss ich etwas ändern. Ich änderte meine Homepage und meine Flyer. Das machte mir richtig Spaß. Du wirst es ahnen - es brachte keine Kundschaft!


Mein 2. Fehler: das Fähnlein im Wind - auf alle hören und sofort alles was man gemacht hat, sofort wieder über den Haufen werfen.


Ok, schaue ich mal, was die Konkurrenz so macht. Die wird ja wissen, wie es geht. Außerdem habe ich gehört, das Konkurrenzanalyse gut sein soll. Gesagt, getan - ohje - was haben die für tolle Webseiten und diese professionellen Bilder und deren Texte und deren Angebot und .... - also schnell zum Fotografen, professionelle Bilder gemacht und die Homepage angepasst. Das macht Spaß! Aber es brachte keine Kundschaft!


Mein 3. Fehler: vom Gefühl - die Konkurrenz ist auf jeden Fall besser - überwältigen lassen, wieder ohne Strategie los und alles so verfremden, dass es nicht mehr das eigene ist


Dann lernte ich andere Coaches kennen und es reifte der Gedanke "zu Zweit schaffe ich es bestimmt". Die Coaches (auch noch Anfänger) waren anfangs angetan von der Idee, mit mir gemeinsam einen Workshop zu gestalten, um damit Kunden anzuziehen. Ich nahm das als Zusage und legte los. Loslegen hieß bei mir, ich kaufte Zubehör für die Workshops (Flipchartpapier, Yogamatten, Gläser, etc.). Ich entwickelte Konzepte und gestaltete - was will man anders von mir erwarten, meine Homepage entsprechend um, damit der Workshop dort präsent gemacht werden konnte. Es machte unheimlich Spaß - aber es brachte keine Kundschaft - meine Mitstreiterinnen sprangen ab, die Workshops kamen nie zustande (es kann Sinn machen, zu Zweit loszulegen, aber dann unter einer anderen Motivation und mit einer vernünftigen Zusammenarbeit)


Mein 4. Fehler: zu glauben, dass ich es alleine nicht schaffen kann und meinen Fokus alleine auf diese Zusammenarbeit zu richten


Da ich mich ja immer fleißig weiterbildete, fand ich heraus, dass ich mein Marketing durch enge Positionierung verbessern könnte. Also habe ich mal eben die Domain geändert, den Fokus erneut verändert und eine enge Positionierung versucht (die enge Positionierung ist grundsätzlich empfohlen). Ich wechselte mal auf Hochsensibilität, mal auf Burnout. Meine Webseite nahm immer wieder neue Gestalt an. Hier fange ich an mich zu wiederholen.


Mein 5. Fehler: meine Sprunghaftigkeit - nicht zu wissen, was ich möchte, was mir liegt, wohin ich wirklich will


Durch den Austausch mit einem anderen Coach bekam ich über diesen Empfehlungen und kleinere Aufträge. Endlich, jetzt konnte es losgehen. Aber leider blieb es dabei. Von diesen Empfehlungen kamen keine weiteren Empfehlungen. War ich so schlecht, mit meinem Coaching? Hatte ich die falsche Ausstrahlung? Habe ich nicht helfen können?


Mein 6. Fehler: Selbstzweifel - an meinem Können, an meiner Person, an meiner Ausrichtung, an meiner "Berufung"


Eine Gruppe aus Kolleginnen hat sich regelmäßig getroffen und wir konnten so mehr Erfahrung aufbauen. Das war eine sehr wertvolle und erkenntnisreiche Zeit - vor allem auch in Hinblick auf die eigene Klärung und Selbstentwicklung. Irgendwann ging wieder jeder seinen Weg. Eine Kollegin schaffte (auch nach längerer Anlaufphase und ständiger Selbstklärung) den Sprung ins Coaching-Geschäft. Ich gönne es ihr von Herzen, aber es kam auch eine Spur von "haben wollen" auf.


Mein 7. Fehler: das Gefühl von "Mangel", das entsprechend dem Resonanzgesetz "Mangel" zur Folge hat.


Ich hatte einfach losgelegt und war so enthusiastisch, so begeisterungsfähig, so kreativ, aber ich habe dabei vergessen, zu prüfen, ob es auch tatsächlich "MEINS" war, ob ich "ich selbst" war, ob es zu mir passte!


Alle meine Fehler haben mich etwas sehr Wichtiges lernen lassen. Ich bin "ICH" und nicht die anderen! Ich habe Jahre erfolgreich als Job- und Sozialcoach mit vielen bewegenden Geschichten gearbeitet und auch immer wieder privat KundInnen gecoacht. Aber dies ist nicht das, wofür ich wirklich brenne! Abgesehen davon, dass ich mich überhaupt nicht um das Thema "Marketing" gekümmert habe, habe ich viel zu spät erkannt, dass ich mich nicht mit den klassischen Coaching-Themen befassen möchte - kein Jobcoaching, kein Burnout, keine Traumata, keine Partnerschafts- und Familiendramen, keine Suchtproblematiken, etc.. Ich habe mich also regelmäßig selbst boykottiert, bis ich mir irgendwann - als meine Energie fast aufgebraucht war und ich aufgeben wollte - die richtigen Fragen gestellt habe. Auch dann ging nicht alles seinen direkten Weg, aber die Suche begann, das eigene Erwachen nahm seinen Lauf. Jetzt folge ich meiner Intuition und lehne auch einmal etwas ab, was nicht zu mir passt.


Aber was tue ich nun wirklich gerne


Ich schreibe gerne, entwickle gerne Inhalte, Checklisten, Lernmaterialien, Kurse. Ich liebe es, Wissen aufzunehmen, mein Wissen weiterzugeben und für andere Wissen aufzubereiten. Meine Stärken liegen dabei in der Strukturierung, Organisation und in meiner tiefen Wahrnehmung sowie der Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge schnell zu durchdringen und einfach wiederzugeben. Ich habe ein schnelles Gefühl für Software und kann mir diese in Kürze zu eigen machen. Meine Erfahrung im Office Management, als Geschäftsführungsassistentin aber vor allem als Selbständige machen mich zu einer Ansprechpartnerin auf Augenhöhe. Dabei begleite ich gerne Menschen, die sich ebenfalls etwas aufbauen möchten und durch Impulse und Reflexion schneller als ich auf den richtigen Weg finden wollen.


Hätte ich vorher meine Stärken angeschaut und geprüft, was mir wirklich Spaß macht (immer wieder meine Webseite umbauen, Inhalte schaffen, neue Software ausprobieren, anderen mein Wissen weitergeben etc.), dann hätte ich mir wahrscheinlich einiges erspart, aber sicherlich nicht soviel daraus gelernt :-).


Hätte ich mal in meine Vergangenheit geschaut, hätte ich festgestellt, dass ich immer schon viel gelesen habe, immer schon andere "belehrt" habe (war wohl noch der falsche Ansatz), immer schon Wissen in verständlicher Form für andere aufbereitet habe und Inhalte erschaffen habe. Hätte ich mich auf meine innere Führung verlassen, dann wäre der rote Faden schneller sichtbar geworden (auch ein Jobcoach, hat bei sich selbst einen blinden Fleck :-)).


Meine Empfehlung für dich: Schaue auf deine "Fehler" und suche deine "roten Fäden"! Sie sind äußerst wertvoll und zeigen dir deinen Weg und helfen dir, dich zu dir selbst zu entwickeln und Spaß an dem zu haben, was du tust. Folge diesem Weg. Dann kannst du deine Coaching Ausbildung auch so einsetzen, wie du sie gerne nutzen möchtest!


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