• Katja

Mein Weg zum Coach - was schief lief, was ich gelernt habe und was ich in Zukunft tun werde

Aktualisiert: 1. Juni

(Inklusive wichtiger Fragen für deine Zukunft als Coach)


Wenn ich zurückdenke, dann fällt mir auf, dass ich schon sehr lange den Wunsch hatte, ein "Gesundheitszentrum" zu eröffnen. Dort sollte in der Mitte ein Café sein, wo Jung und Alt sich trifft und rundherum gibt es lauter kleine Dienstleister, die einem dabei helfen, sein Leben glücklicher und zufriedener zu gestalten. Das war der Platz, an dem ich ursprünglich als Gesundheitsberaterin (auch eine mögliche Ausbildung) und später als Coach tätig sein wollte.


Tatsächlich war ich Assistentin und weit weg davon, als Coach zu arbeiten. Am Nächsten kam dem noch, dass ich es tagtäglich mit anderen Menschen zu tun hatte, die mit irgendwelchen Themen, Problemen oder Wünschen auf mich zukamen. Alle erwarteten von mir Lösungen und ich fand diese mehr als bereitwillig. Ich war sogar sehr gut darin, auch wenn es manchmal gar nicht wirklich gewünscht war und derjenige einfach nur ein offenes Ohr bzw. einen kostenfreien Impuls wollte.



Meine ersten Gründe für eine Coaching Ausbildung


Die Weltverbesserin


Nun, wenn ich ehrlich bin, wollte ich damals die Welt verbessern. Mir ging Ungerechtigkeit gegen den Strich und so "sprangen" mir diese natürlich auch ins Gesicht (Resonanzgesetz) - Kündigungen von langjährigen MitarbeiterInnen, die sich nichts zu schulden haben kommen lassen, Mobbing, schreiende Vorgesetzte, die sich scheinbar nicht anders zu helfen wussten und einiges mehr. Ich zog all das an, was ich am meisten ablehnte und verachtete, ohne mir damals Gedanken darüber zu machen, ob ich nicht überheblich oder arrogant bin, wenn ich einfach bewerte, ohne die Hintergründe zu kennen. Versteht mich nicht falsch, das Verhalten heiße ich nicht für gut, aber meine Bewertung, meine vorschnellen Urteile waren allerdings auch nicht der Hit. Als Coach wollte ich diese Missstände in den Unternehmen beenden.


Die Lehrmeisterin


Ich habe schon immer alles in mich aufgesaugt, viel gelesen, ständig weitergebildet und alles übernommen, was ich bekommen konnte. Als Assistentin war es meine Aufgabe, schnell Lösungen zu präsentieren. Es war und ist auch heute noch eine meiner Stärken. So kam es damals, dass ich eine Aktenverwaltung einführte und meine KollegInnen darin einwies. Ich schrieb regelmäßig für irgendwelche neuen Software-Programme leicht verständliche Handouts (zum Teil gab es die vom Anbieter gar nicht). Später war ich Mitglied im Health, Environment & Safety Committee und führte Unterweisungen in erster Hilfe durch. Als Ausbilderin war ich für die Auszubildenden und wieder später für Umschüler zuständig. Ich brachte Schülern etwas über Wirtschaft und Gesundheit bei und zeigte ihnen, welche Jobs sie in diesen Bereichen erlernen könnten. Es machte mir einfach Spaß, anderen leicht und verständlich Wissen zu vermitteln.


Ich fand also immer wieder Wege, andere zu unterrichten.


Selbstbetroffenheit


Einer der Gründe eine Coaching Ausbildung zu absolvieren, die viele andere Coaches auch getrieben haben, ist die Selbstbetroffenheit. Mein Leben brach 2011 mit einem Satz zusammen. Burnout! Damals war ich erst einmal gar nicht in der Lage, die Gründe für meinen Zusammenbruch zu analysieren. Meine Arbeit hatte mir immer Spaß gemacht und ich war auch nicht überlastet. Erst viele viele Jahre später hatte ich dafür eine Erklärung. Als ich damals wieder arbeitsfähig war, machte ich aber erst einmal da weiter, wo ich aufgehört hatte, bis ich ein paar Jahre später einen Rückfall erlitt. Auch in dem Job hat mir die Arbeit Spaß gemacht und ich habe sogar weniger Stunden gearbeitet als zuvor.


Da mir keiner (auch die absolvierten Psychotherapien) wirklich die Gründe nennen konnte, dachte ich, mit einer Coaching Ausbildung finde ich heraus, was mich in die Krise geführt hat. Also legte ich ohne weiter nachzudenken los.


Meine Coaching Ausbildung begann


Mein damaliges Ich wäre nicht es selbst gewesen, wenn ich nicht noch während des Rückfalls meine Ausbildung zur "Psychologischen Beraterin" begonnen hätte. Ich besuchte nebenbei noch einige weitere Kurse zur Hypnose und zur klientenzentrierten Gesprächstherapie nach Rogers. Wissen "tanken" konnte ich nach wie vor gut. Bis dahin hatte ich aber noch nichts über mich gelernt. Später kamen noch die Fortbildungen zur "Fachkraft für Stressmanagement und Burnout-Prävention" inkl. "Stressmanagement-Trainerschein" und "Kursleiterin für Autogenes Training", "Psychische Gefährdungsanalyse", "Mental First Aider" und "Fachkraft für betriebliches Gesundheitsmanagement" (nicht mehr abgeschlossen) hinzu. Ich hatte außer diffusen und sehr unzusammenhängenden Gründen für eine Coaching Ausbildung keine Vision, keinen Plan, kein Ziel, keine Strategie. Nichts. Nur einen unendlichen Wissensdurst.


Aus Erfahrungen lernen


Um eines klar zu stellen. Ich bin heute froh und stolz zugleich darauf, dass ich mich immer wieder durchgebissen habe und - wenn auch sehr spät - angefangen habe, mein Wesen(tliches) zu lernen. Ich bereue es auch nicht, diese Ausbildungen gemacht zu haben. Allerdings habe ich erst viel zu spät festgestellt, dass mein "ICH" ein ganz anderes ist und vieles von dem, was ich glaubte, mein Traum, zu sein, es gar nicht war. Ich bin viele Umwege gegangen und gehe diese wahrscheinlich zum Teil auch heute noch, auf dem Weg zu mir Selbst. Heute fange ich an, mich auf die Dinge zu konzentrieren, die ich liebe und kann.


Meine damaligen "Motivationen" für eine Coaching Ausbildung - "Unternehmen" zu verbessern, anderen Wissen zu vermitteln und herauszufinden, warum ich im Burnout gelandet bin, haben sich sehr lange gehalten und bei mir selbst für sehr viel innere Verwirrung gesorgt. Denn ich konnte mich nicht fokussieren und irrte in den unterschiedlichsten Themen als auch Methoden herum. Ständig erfand ich mich neu.


Ich habe (anfangs) zum Teil auch Geld in "falschen" Fortbildungen versenkt (mein unvollständiges BWL-Studium, mein kurzer Ausflug in ein Psychologie-Studium und vielleicht sogar meine Fortbildung zur Fachkraft für betriebliches Gesundheitsmanagement). Es ist außerdem viel Zeit dafür drauf gegangen, immer wieder neue Ideen zu produzieren und sie dann doch nicht platzieren zu können.


Und trotzdem war es mein Weg, den ich gehen musste, um über mich eine Menge zu erfahren. Ich lernte meine Prägung, meine Glaubenssätze, Ängste und Muster kennen und konnte aufräumen.


Seinen Traum finden und leben


Jeder Weg führt irgendwann ans Ziel - früher oder später. Je besser man von vornherein sich seiner Motivation, seiner Beweggründe, seiner Schatten, seiner Prägungen, Glaubenssätze und Muster bewusst wird, umso einfacher gestaltet sich der Weg. Man bekommt vom Leben immer wieder die gleichen Aufgaben gestellt, um aus ihnen zu lernen.


Ich kann nur jedem, der eine Coaching Ausbildung beginnen möchte, empfehlen, sich zunächst selbst zu hinterfragen. Das macht vieles einfacher und man spart nebenbei Geld :-).


Auch ist es sehr hilfreich, sich seiner Stärken, seiner Vorlieben, seiner Kompetenzen bewusst zu sein, um so, auch wirklich den Bereich zu finden, den man ausfüllen möchte und der dann auch zum Erfolg führt. Ein Ausflug ins Blaue kann Spaß machen, aber mir hat die Erfahrung gezeigt, dass es bei dem Ausflug ins Blaue dann u.U. auch bleibt.


Die meisten erfolgreichen Gründungen folgen einer Vision, einem Plan (Business Plan), einer Strategie (Marketing Strategie) und einem Ziel (Unternehmensziel). Ein bisschen "einfach machen", wenn man einen Traum und eine Idee hat, gehört allerdings auch dazu, denn sonst bleibt der Traum in der Schublade.


Einen wichtigen Aspekt habe ich allerdings ohne es bewusst zu machen, immer beherzigt: das ständige Lernen, Belesen, Weiterbilden. Nur wer sich auf dem Laufenden hält, kann sich den aktuellen Umständen und Wendungen flexibel anpassen.


Meine heutige Sicht


Was habe ich aus meinem Werdegang gelernt?


  • Die Coaching Ausbildungen und Fortbildungen waren und sind für mich reine Wissensaufnahme.

  • Meine Stärken liegen tatsächlich in der leicht verständlichen Aufbereitung von Informationen, dem Finden von Lösungen sowie der Wissensvermittlung.

  • Meine Mission ist es, Wissen zu teilen, Anregungen zu geben, Impulse zu setzen und zum Nachdenken anzuregen.

  • Es war für mich wichtig, hinzuschauen, meine Prägung zu verstehen, Glaubenssätze, Ängste und Muster zu lösen und nicht mehr das "Außen" für alles verantwortlich zu machen, sondern selbst die Verantwortung für mein Leben zu übernehmen.

Um für sich die richtige Motivation zu verstehen, habe ich nun ein paar aus meiner Sicht wichtige Fragen zusammengestellt, die ich nur wärmstens empfehlen kann, vor der Buchung einer Coaching Ausbildung für sich zu beantworten.


Die wichtigsten Fragen für angehende Coaches


Hier nun einige Einstiegsfragen, die ich dir zur ehrlichen Beantwortung ans Herz legen möchte. Du findest diese unten auch als kostenfreie ausdruckbare pdf-Version.

  • Was genau hat in mir den Wunsch entfacht, eine Coaching Ausbildung zu absolvieren?

  • Was ist meine wirkliche Motivation dahinter?

  • Was soll mit meiner Coaching Ausbildung "geheilt" werden?

  • Was gibt mir eine Tätigkeit als Coach für ein Gefühl? Warum suche ich dieses Gefühl gerade in dieser Tätigkeit?

  • Wie wichtig ist es, selbst geklärt zu sein?

  • Was sollte ich in meinem Leben noch klären?

  • Was ziehe ich an und was soll ich selbst im Leben noch lernen?

  • Was projektziere ich auf meine KundInnen?

  • Was könnten KundInnen auf mich projektzieren?

  • Was erwarte ich von mir als Coach?

  • Was erwarten meine KundInnen von mir?

Damit du dir diese Fragen in Ruhe ausarbeiten kannst, findest du diese hier für dich zum kostenlosen Download. Meine Empfehlung: Ehrlichkeit mit sich selbst. Mir hätte es sehr geholfen, wenn ich mir u.a. diese Fragen am Anfang gestellt hätte.




Die wichtigsten Fragen für angehende Coaches
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